Das war mein Jahr 2025!

Ich hatte letztes Jahr so viel erleben dürfen, es folgte ein Highlight dem anderen, nicht selten verdrückte ich eine Träne.

Das Jahr begann mit einem grossen Traum. Ich durfte mit ihm schon einige Interviews per Mail und WhatsApp durchführen. Im Januar 2025 war es soweit und ich durfte Dominique Aegerter live interviewen(Teil1 & Teil2). Wir trafen uns in seinem Büro. Er erzählte ausgiebig und zeigte mir seine Ausstellung mit Pokalen, Kombis, Helmen und Motorrädern. Ich durfte sogar einen Pokal in die Hand nehmen. Ich war auf Wolke sieben und das für Wochen.

2024 war ich das erste Mal an der EICMA. Dort entdeckte ich die Marke Enduristan. Ich ging zum Stand und fragte nach, ob der Herr, Stefano Bucher, Englisch spreche. Er meinte ja und fragte, was ich wissen wollte. "Alles" war meine Antwort. Nach ein paar Sätzen schaute er auf meinen Pullover, sah mein Logo und meinte, er denke, wir könnten Schweizerdeutsch sprechen. Stefano wohnt nur eine halbe Stunde entfernt von mir. Aus diesem Gespräch entstand eine Zusammenarbeit. So durfte ich kurz nach der EICMA Enduristan in Seuzach besuchen und mit dem Gründer David Jenny ein Interview zur Marke Enduristan führen. Es war eher ein Gespräch unter Motorradfahrern als ein Interview, was das Ganze sehr angenehm machte. Ich erfuhr was Enduristan ist und was Enduristan macht.

Ich wurde in den frühen 90er Jahren geboren. In meiner Schulzeit war die Suzuki Hayabusa für uns das stärkste Motorrad, eine Ikone. Ich dachte mir immer, dieses Motorrad wirst du nie fahren, die ist zu gross und zu stark für dich. Dann kam die Zusammenarbeit mit Suzuki. Im ersten Jahr war sie nicht im Portfolio, doch 2025 war es dann soweit und ich durfte sie testen. Ja, sie ist gross, ja, sie ist schwer und ja, die Leistung braucht man nie. Braucht man Alkohol? Nein, trotzdem macht es Spass, bis man es übertreibt und so ist es mit der Hayabusa. Freunde, das Ding geht ab. Der Fahrer muss wissen, was er will, sonst geht es schief. Doch wenn man der Hayabusa mal erklärt hat, wo der Bartli den Most holt, dann macht es unglaublich viel Spass.

Social Media ist für mich nicht nur Fluch, sondern auch und vor allem Segen. Ich finde Menschen, die denselben rostigen Nagel im Hirn haben wie ich, die ich sonst nie kennenlernen würde. So lernte ich beunique kennen, eine Werkstatt nur circa 40 Minuten entfernt von mir. Ein paar Jungs haben dort ihre Motorräder stehen. Es waren Oldtimer, aber auch Umbauten zu sehen, eine Wohltat für meine Augen. Nicht nur die Motorräder waren eine Augenweide, auch die Werkstatt wurde mit viel Feingefühl eingerichtet, man fühlte sich sofort wohl. Die Carrera Bahn im zweiten oder dritten Stock rundete das gesellige Beisammensein ab. Danke, dass ich vorbeikommen durfte und hoffentlich bis bald.

Ich bin ein grosser MotoGP Fan und ein ebenso grosser Hosenscheisser. Trotzdem war es mein Traum, irgendwann mal selbst ein paar Runden auf einer Rennstrecke zu drehen. Da viele meiner Freunde diesem Hobby regelmässig nachgehen, war der Einstieg umso einfacher. Der eine Freund beendet das Hobby Rennstrecke gerade und ich durfte mit seiner Aprilia RSV Mille die ersten Runden in Anneau du Rhin drehen. Es war nur ein Tag und ohne Instruktor. Das Ziel, auf dem Motorrad zu bleiben, konnte ich erreichen. Dann irgendwann im Juni ging es für drei Tage nach Mirecourt. Am ersten Tag musste ich dem Instruktor nach. Anfangs war es ein Müssen, nach zwei Runden war ich froh, in der Schneckengruppe mitfahren zu können. Es war einfach nur geil, ich liebte es und nutzte jeden Turn, um noch tiefer durch die Kurven zu rauschen. Die Zeiten waren weniger berauschend, aber am Samstag war es dann so weit. Ich bekam die Knie auf den Boden.

Mein erstes Motorrad war eine Yamaha XT 600 E. Als die Ténéré 700 dann vor ein paar Jahren auf den Markt kam, war ich sehr angetan, denn den CP2 Motor kannte ich von meiner Europatour und war sehr begeistert davon. Letztes Jahr war es dann soweit und ich durfte eine Ténéré 700 in Sursee bei Hostettler abholen. Kaum sass ich drauf, schrie es nach Abenteuer. So fuhr ich los. Am Gurnigelpass sah ich eine Waldstrasse mit Wegweisern und ohne Fahrverbot. Es hatte kurz vorher geregnet und mein Herz ging auf. Ich nahm jede Pfütze mit Anlauf und freute mich über die "Endurostrecke". Ja, ich habe mich wieder einmal verliebt, zum Glück wird bei Motorrädern weniger auf Monogamie geachtet.

Dem regelmässigen Leser wird es bekannt sein, dass mein Herz aufgeht, sobald ich in Italien bin. Deshalb bin ich mit meiner Freundin mindestens einmal im Jahr in Italien. So auch 2025, wir fuhren nach Elba. Eine kleine, herzige Insel, die zum Erholen einlädt. Was mich an Italien immer faszinierte, war der Scooterverkehr. Ich liebe es, mit meiner Honda Spacy in der Schweiz herumzukurven, aber in Italien muss das ein anderes Erlebnis sein, dachte ich mir. Die schienen eigene Regeln zu haben, es war ein eigener Lebensstil. Da die Strecken auf Elba eher kurz sind und wir ein paar Tage auf einem Campingplatz stehen bleiben, nutzte ich die Gelegenheit. Ich mietete mir einen Roller und tauchte in die italienische Scooterszene ein. Ich merkte schon bald, dass meine Honda Spacy Erfahrung hier nicht ausreicht. Als ich dann von einer Oma auf einer Vespa aus den 80er Jahren überholt wurde, musste ich etwas machen. Ich schaltete mein Hirn ab und liess mich vom Verkehr treiben. Nun fühlte ich mich wie ein Italiener, es war einfach wie ich es mir vorstellte.

Im Sommer bin ich immer ein paar Tage auf einer Alp im Kanton Uri. Mal für einen Monat, mal für eine Woche. Ich helfe dort beim Heuen. Die Alp liegt auf 1400 Meter. Dieses Jahr regnete es viel und ich ging öfter hinunter, um bei meinen Verwandten im Tal zu helfen. Normalerweise war der Aufstieg, nach einem langen Arbeitstag auf dem Hof, eher mühsam. Streng war es auch dieses Jahr, aber ich freute mich trotzdem darauf, denn ich hatte mein Trial dabei. So konnte ich am Morgen hinunterrollen und am Abend hinauffahren, besser kann ein Feierabend nicht sein.

Dieses Jahr fuhren wir das zweite Mal zum HU Festival, ein Weltenbummlertreffen am Zugersee. Doch dieses Jahr war besonders. Ich durfte einen Vortrag über meine Europareise halten, auf Englisch. Ich war leicht nervös. Am Anfang sassen da nur etwa zehn Menschen, das machte es etwas einfacher, aber ich war auch etwas enttäuscht. Doch nach einer halben Stunde füllte sich der Raum immer mehr, mein Englisch und meine blöden Sprüche kamen an, das freute mich sehr. Ich war sehr stolz und freute mich darüber, dass ich diese Chance gekriegt habe, vielleicht kommt da in Zukunft noch was.

Louis ist ein alter Kollege, unsere Schwestern sind zusammen in die Schule gegangen, wir machen beide Fasnacht und auch er liebt Motorräder. Eines Abends tranken wir ausnahmsweise mal ein Bier zusammen und Louis kam mit der Idee, dass er im Blog einsteigen könnte. Und so kam es, dass wir zusammen bei den Kawasaki Open Days als Motorcyclemylife auftauchten. Im Sommer war dann der erste gemeinsame Test der Kawasaki Z900 und Z900 SE und auch ich bemerkte langsam die Vorteile, wenn man nicht alleine unterwegs ist. Auch die Blogbeiträge über die Französischen Strassen oder JAcques Cornu, waren eine erleichterung. Danke Louis! Die Pläne für 2026 sind auch schon da.

Ich erwähnte schon einmal, dass ich Social Media nicht nur schlecht finde und dass es für mich eine Stütze ist. Vor ein oder zwei Jahren brachte der Pegaso Reisepodcast eine Geschichte über einen jungen Mann, der mit einem Dieselmotorrad durch Afrika fuhr. Dieselmotorrad? Ja, das fragte ich mich auch und schrieb den jungen Mann, Friedrich Schatz, an. Wir führten zusammen ein Interview und es entstand eine Motorradfreundschaft. Die gegenseitigen Aktivitäten wurden kommentiert und man unterstützte sich. So kam es, dass Friedrich mitbekam, dass ich vergeblich eine Kanzel für meine Yamaha FZR 1000 suchte. Lange Rede kurzer Sinn, Friedrich fand eine im Internet, liess sie von seinem Vater lackieren und brachte sie im Zuge eines Serviceauftrages ins nahe gelegene Elsass. Nun hat meine Yamaha FZR 1000 eine neue Front und ich einen neuen Motorradfreund.

Die FZR 1000 ist auch der Grund, wieso ich Jürgen vom Blog Motorprosa kenne. Durch ein Foto der FZR kamen wir ins Gespräch und ich konnte viel von seiner Erfahrung nutzen. Dieser Jürgen hat zusammen mit Alex von AlexonRoad einen Film über das Stilfserjoch gedreht. Zur Premiere dieses Films wurde ich aufs Stilfserjoch eingeladen, was für mich eine riesige Ehre war. Das dies ein grösseres Abenteuer wurde wie geplant lest ihr hier.

Der Saisonabschluss hätte nicht viel besser sein können. Meine Freundin stand kurz vor ihrer Motorradprüfung. Ich wollte ihr noch zeigen, dass Motorradfahren nicht nur aus Quartierfahrten und Manöverübungen besteht. Deshalb machten wir eine kleine Tour über Thun und dann über den Sustenpass. Es funktionierte, meine Freundin konnte es geniessen und ich hatte eine grosse Freude. Sie hat es so gut gemacht, ich war einfach nur stolz.

Schon 2024 war ich an diesem für mich sehr speziellen Ort und auch 2025 durfte ich wieder vorbeigehen bei Kevin Bolliger vom Team Bolliger. Ich durfte ihm Fragen zur vergangenen und kommenden Saison stellen. Diese wurden mir ausführlich beantwortet. Ich freute mich sehr darüber, dass sich Kevin die Zeit nahm. Zum Thema Bolliger Team kommt diesen Frühling noch etwas Grosses, ich freue mich.

Wie 2024 war ich auch 2025 an einer der grössten Motorradmessen in Europa, an der EICMA in Mailand. Aber nicht alleine, mein guter Freund Marius begleitete mich. Es machte unglaublich Spass, all diese Eindrücke zu teilen und ich muss zugeben, eine solche Begleitung bedeutet auch eine Erleichterung. Ich musste nicht mehr gleichzeitig filmen und fotografieren. Auch die Orientierung hatte Marius besser im Griff und die APeros machten wieder Sinn.

Ja, das war ein sehr tolles Jahr mit ganz vielen Premieren. Ich möchte allen Beteiligten von ganzem Herzen danken und freue mich auf das kommende Jahr.




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