Lärmradar - sind wir selber schuld?

Ich möchte ehrlich zu euch sein: Auf dem Motorrad bin ich froh, ich geniesse es, wenn die Bewegung der rechten Hand mit einem schönen Geräusch verbunden ist. Meine rechte Hand macht zwischendurch auch nervöse Bewegungen. Und ja, vor ein paar Jahren war meine Yamaha XT auch schon ohne DB-Killer unterwegs. Dennoch achte ich auf mein Umfeld und habe meine rechte Hand in Wohngebieten gut im Griff.

Nun gibt es an verschiedenen Orten in der Schweiz Pilotprojekte mit Lärmradaren. Es wird die Lautstärke von Fahrzeugen gemessen, und bei 80 dB wird in Genf ein Foto gemacht oder in Zürich und Röschenz ein schlecht gelauntes Smiley gezeigt.

Ich wohne an einer Hauptstrasse und geniesse es, den Verkehr zu beobachten und auch mal ein schönes Motorrad nicht nur zu sehen, sondern auch zu hören. Doch macht es für mich technisch und emotional überhaupt keinen Sinn, wieso man zum Beispiel im Drehzahlbegrenzer quer durch das Dorf fahren muss. Es kann ja sein, dass man mal eine nervöse Hand hat, aber da landet man noch lange nicht im Drehzahlbegrenzer. Dies passiert an einem schönen Samstag nicht selten.

Aber wieso? Das Einzige, was man damit bewirkt, ist, dass sich andere Mitmenschen aufregen. Das führt zur oben geschriebenen Frage: Sind wir selbst schuld, dass es nun Lärmradare gibt? Ihr könnt gerne eure Meinung dazu in die Kommentare schreiben. Ich persönlich regte mich anfangs arg auf, dass es diese Geräte nun gibt, und fühlte mich bevormundet. Meine momentane Wohnsituation und die 2 bis 3 Kilometer, die ich diesen Sommer in der Schweiz unterwegs war, lassen mich diese Frage mit «Ja» beantworten. Mit einem deutlichen Ja. Ich kann es verstehen, dass dieser Klang nicht für alle Ohren so erholsam ist wie für meine. Ist dieser Klang noch unnötig laut, kann er für einen grossen Teil der Bevölkerung mühsam sein.

Schlussendlich ist es wie mit den Fahrradfahrern: Es funktioniert nur, wenn wir versuchen, miteinander zu leben, so pädagogisch das klingt. Und das bedeutet in diesem Fall, dass man die rechte Hand auch mal beruhigen muss – auch ich.

Es scheint auch für euch ein emotionales Thema zu sein, denn auf Instragramm bekam ich zu diesme Thema ganz unterschiedliche Antworten. Von ich will mich nicht einschränken zu ich will einfachs chlafen können gab es alles. Nun seid ihr dran: Findet ihr ein Lärmradar eine gute Idee? Vielleicht gerade bei euch zuhause? Oder findet ihr: Scheisse, noch mehr Bevormundung! Schreibt es mir in die Kommentare!




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