Das letzte Mal aufstehen vor dem Rennen. Heute begann der Tag mit einem Abschied und einer Danksagung. Kylian, der Ersatzfahrer, wurde in ein anderes Team ausgeliehen. Da nur drei Fahrer an den Start gehen dürfen, ist dies für das Team Bolliger kein Problem und Alex kann trotzdem am Rennen teilnehmen.
Als erstes war das Rennen mit den Menschen mit Beeinträchtigungen, nicht nur Gehbehinderungen, es fehlen auch Arme. Dieses nennt sich PMR Bridgestone Cup. Sehr beeindruckend für mich. Sie stoppten nach dem Rennen in der Boxengasse, das ließ ich mir nicht entgehen. Es ist verrückt, die haben extra Prothesen zum Motorradfahren. Natürlich sind auch die Motorräder umgebaut. Ich konnte kurz mit einem der Fahrer reden, mit Charly, er hat eine Beinprothese. Als erstes fragte ich ihn, was seine Motivation sei, er meinte die Dankbarkeit fürs Leben und die Leidenschaft für den Motorsport. Wenn ich auf dem Motorrad unterwegs bin, vergesse ich viele Probleme, deshalb wollte ich wissen, ob auch er seine Beeinträchtigung kurz vergessen kann. Er verneinte, da sein rechtes Bein fehlt, sind die rechten Kurven anders als die linken. Er kann auch das Motorrad nicht so gut zwischen den Beinen einklemmen und stabilisieren wie wir, was es auch wieder schwieriger macht. Dafür hat er aus Kunststoff eine Verlängerung vom Tank, die auf der einen Seite anders als auf der anderen geformt ist. Das erleichtert ihm das Handling des Motorrades.
Nun stand schon das Warm up für das 24 Stundenrennen an und ich machte nochmals eine Runde, um die besten Spots für das Rennen zu finden. So kann ich noch die ruhige Atmosphäre vor dem Rennen geniessen, denn langsam spüre ich die Anspannung und auch mal ohne fotografieren.
Kurz vor Ende des Warm ups gehe ich zurück in die Box. Sobald eine Session, wie das Warm up, durch ist, beginnt die Arbeit. Die Tanker demontieren die Tanks und wiegen den Tankinhalt. Dies wird in kg und nicht in Liter gemessen. Dies, weil sich bei steigender Temperatur die Literzahl verändert, aber nicht das Gewicht. So arbeitet man temperaturunabhängig immer mit denselben Werten. Die Reifencrew ist nach jeder Session ebenfalls beschäftigt. Sie entfernen die Räder und bringen diese ins Radlager. Dort bringen sie die Reifenwärmer an und bringen den Druck auf einen mit Mega, aus dem Data Recording, abgesprochenen Wert. Hinten fährt man mit +- 1.7 Bar und vorne 2.2 Bar.
Bevor wir zum Mittagessen gehen, wird noch das Teamfoto gemacht, ein tolles Gefühl, wenn ich sehe, wo ich für diese Woche dazugehört habe.
Mit der Mittagspause endet auch dieser Blogbeitrag, denn ab jetzt gibt es einen Rennbericht.
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