Donnerstag, 7:45, es geht wieder los. Obwohl ich den Schlaf dringend benötigte, bin ich froh, wenn die Nacht durch ist, denn dann geht es wieder los und ich bin unterwegs mit dem Team Bolliger in Le Mans.
Gestern Abend kam mir noch die Idee, dass ich einen Livestream machen könnte, damit die Menschen zuhause, also ihr, das Geschehen hier in der Box hautnah miterleben können. Deshalb habe ich den heutigen Morgen damit verbracht, meine Actioncam so einzurichten, dass ich auf YouTube live streamen kann.
Gleichzeitig fand das Training statt. Es ist einfach schön, die Musik aus den Motorrädern zu hören. Ab heute gelten die strengen Regeln. Die Tanker zum Beispiel müssen feuerfeste Kleidung tragen. Das beinhaltet Sturmhaube, Helm mit Augenschutz, Kombi, Handschuhe, Lederschuhe und sogar die Socken. Da habe ich es schon einfacher, ich muss einfach einen Fahrradhelm tragen, sieht scheisse aus, aber verkraftbar.
Da erst um 15:50 das erste von zwei Qualifyings beginnt, habe ich noch etwas Zeit. Ich nutze die Zeit, um ein Video mit den Teammitgliedern aufzunehmen. Das macht richtig Spass, alle machen mit und nehmen sich Zeit, die Fragen ausgiebig zu beantworten.
Dann ist es so weit, ich höre Nicole, wie sie ruft: «Noch 10 Minuten». Nun geht es los. Die Fahrer sind sichtlich angespannter als bei den Trainings. Auch ich bin angespannt, ob der Livestream durchhalten wird? Die zehn Minuten sind durch und Nico fährt raus. Nun hat er 20 Minuten Zeit, seine beste Rundenzeit rauszufahren, diese und die seiner Teamkollegen entscheiden schlussendlich über den Startplatz beim Rennen.
Nach einer halben Stunde der Schock. Nein, es ist niemand gestürzt, ausser meine Webcam, sie ist abgestürzt. Nachdem ich das Ganze wieder gestartet habe, gehe ich raus, um Fotos zu machen und möglichst viel von der Atmosphäre mitnehmen zu können.
Das Qualifying vergeht eigentlich unspektakulär. Die Professionalität des Teams beeindruckt mich nach 5 Tagen immer noch, ich kann euch versichern, das sieht hier nicht in jeder Box so aus. Wenn ich wiedermal eine Schreib- oder Videoblockade habe, spaziere ich durch die Boxengasse, das tut der Seele gut und ist durchaus interessant, wenn man in die fremden Boxen reinschauen kann. Da fällt einem zum Beispiel auf, dass auch die Werkteams murksen können.
Nach dem Nachtessen geht es zurück in die Box. Nun steht das Nachttraining an, auf das freute ich mich schon länger. Die Sonne stand schon tief, als die ersten Nico
Während dem Nachttraining gehe ich noch bei Marco vorbei. Marco sitzt vor zwei Bildschirmen, auf einem sind ganz viele wirre Diagrammlinien zu sehen, sie stellen Messwerte dar, wie ich später erfahre. Er ist für alles zuständig, was Performance angeht, das heisst Elektronik, Fahrwerk oder die Reifen fallen in seine Verantwortung. Er fällt anhand von ca. 40 zusätzlich verbauten Sensoren, was am Motorrad geändert oder optimiert werden muss. Und dann ist es schon soweit, Alex kommt zurück in die Box und das Nachttraining ist zu Ende. Jetzt gibt’s noch ein «Plättli» zum Tagesabschluss. Ich freue mich auf morgen!
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