Die Suzuki GSX S1000 GX wird als Crossover bezeichnet. Ein Motorrad mit Merkmalen verschiedener Kategorien. Für mich ist die Suzuki GSX S1000 GX eine sportliche Touringmaschine, und genau das wollte ich ausgiebig testen. Mein Plan war, die Langstreckentauglichkeit der Suzuki GSX S1000 GX auf die Probe zu stellen. Ich plante eine Tour, auf der ich zwölf Stunden im Sattel sitzen würde. Neben ein paar Pässen waren auch etwas Stadtverkehr und Strecken auf der Autobahn vorgesehen.
Kurz nach halb fünf Uhr morgens startete die Tour. Mein erstes Ziel war der Klausenpass. Bis nach Altdorf fuhr ich auf der Autobahn. Es war noch kühl, und ich war dankbar für die Griffheizung der Suzuki GSX S1000 GX. Der Tempomat bewahrte mich vor unnötigen Bussen. Im Kanton Uri konnte ich die Autobahn verlassen. Nachdem ich ein paar Bauern mit ihren Milchtanks überholt hatte, gehörte die Straße mir, und ich konnte sie in vollen Zügen genießen. Oben auf dem Pass angekommen, gab es das erste Pass-Selfie mit dem Schild der Passhöhe. Leider war das Restaurant noch geschlossen, also fuhr ich ohne einen erfrischenden Kaffee weiter. Nun ging es hinunter ins Glarnerland, denn der nächste Pass sollte der Flüelapass sein. Doch zuvor legte ich einen kurzen Zwischenstopp an einer Tankstelle ein – ich brauchte dringend einen Kaffee.
Am Flüelapass begegnete ich den ersten Motorradfahrern und freute mich auf den kommenden Tag. Man könnte nun meinen, dass ich die Griffheizung inzwischen ausgeschaltet hätte – falsch gedacht. Auf dem Flüelapass lag noch etwas Schnee, und es hatte nur etwa fünf Grad Celsius. Oben angekommen trank ich kurz etwas und fuhr weiter.
Die Kurven machen mit der Suzuki GSX S1000 GX richtig Spaß. Es gibt drei verschiedene Fahrmodi: A, B und C. A ist aggressiv, C gemütlich. Für die engen Kurven war mir A zu aggressiv, daher nutzte ich den Modus B. Auf der Autobahn oder durch Dörfer fuhr ich im Modus C. Der Quickshifter macht die Fahrt durch die Kurven zu einem echten Genuss. Die Suzuki GSX S1000 GX kann der Suzuki V Strom 1050 mit ihrem Zweizylindermotor problemlos das Wasser reichen. Im Fahrmodus A ist sie angenehm aggressiv, aber es geht auch entspannter.
Vom Flüela ging es weiter zum Albulapass – ein Pass mit einer engen Straße. Am Anfang wies ein Schild darauf hin, dass das Fahrzeug nicht breiter als 2,10 Meter sein sollte. Prompt kam mir nach ein paar Metern ein riesiges Wohnmobil entgegen. Doch das war noch nicht alles: Fast oben angekommen sah ich Menschen auf der Straße – mehrere nebeneinander, auf seltsamen Rollschuhen. Sie nahmen mit ihren Stöcken viel Platz ein. Oben angekommen entdeckte ich das Begleitfahrzeug. Es handelte sich offenbar um einen Langlaufclub im Sommertraining – auf der normalen Straße. Großartig! Noch immer war es frisch mit zehn Grad, aber perfekt zum Motorrad- und offensichtlich auch Rollschuhfahren.
Der Weg führte mich weiter auf den San Bernardino. Dort gibt es zwar eine Schnellstraße, ich bevorzugte jedoch die normale Route durch die Dörfer – und wurde dafür belohnt. Wunderschöne kleine Orte und unzählige reizvolle Strecken dazwischen. Auf dem San Bernardino machte ich meine Mittagspause – ein schnell verschlungenes Sandwich, das nach Karton schmeckte, und weiter ging es. Nach einem kurzen Abstecher ins Tessin war der Lukmanierpass mein nächstes Ziel.
Die Suzuki GSX S1000 GX lässt sich sehr angenehm fahren. Durch das elektronische Fahrwerk, das ich auf "automatisch" stellte, fühlte ich mich oft wie auf Schienen. Das Fahrwerk hat neben "automatisch" noch drei weitere Fahrmodi: Alleine, Alleine mit Gepäck und Fahrer mit Beifahrer. Mir fiel auf, dass ich deutlich zügiger als sonst durch die Kurven kam. Nach dutzenden Haarnadelkurven merkt man allerdings schon, dass man keine leichte Supermoto fährt. Doch zur Ermüdung führte das nicht.
Je weiter ich vom San Bernardino hinunterfuhr, desto wärmer wurde es. Oben zeigte das Thermometer noch zehn Grad an. In Bellinzona stieg es auf dreißig Grad. Spätestens jetzt war es an der Zeit, ein paar Schichten unter meiner Jacke zu entfernen. Auf dem Lukmanierpass gab es einen kurzen Halt für das obligatorische Selfie, dann ging es weiter in Richtung Andermatt und zurück nach Hause.
Auf der Suzuki GSX S1000 GX sitzt man aufrecht. Normalerweise schaffe ich es, auf jedem Motorrad wie ein Nussgipfel oder Kartoffelsack zu sitzen – nicht jedoch auf der Suzuki GSX S1000 GX. Ich hatte die Travel-Ausführung, also auch einen speziellen Sitz. Dieser überraschte mich sehr, denn er wirkte zunächst nicht besonders bequem. Ich dachte den ganzen Tag: Gleich beginnt mein Hintern zu schmerzen – doch das passierte nie.
Auf dem Weg nach Andermatt wurde ich noch von einem weiteren Pass überrascht: dem Oberalppass. Den hatte ich gar nicht auf dem Schirm – also noch ein Selfie mehr. Von Andermatt aus ging es für mich neben der Autobahn hinunter bis nach Erstfeld, wo ich wieder auf die Autobahn auffuhr. Nun hieß es: Tempomat rein und die letzten Kilometer genießen. Hinter der großen Windschutzscheibe ließ es sich auch bei hohem Tempo entspannt fahren.
Genau nach zwölf Stunden erreichte ich meinen Hausberg, den Passwang. Ich war stolz auf mich – aber auch auf die Suzuki GSX S1000 GX. Denn ich hatte die vollen zwölf Stunden einfach nur Freude an diesem Motorrad. Ich wurde nicht müde, es wurde mir nicht langweilig, und sie passte sich jeder Situation an. Kurz: Die Suzuki GSX S1000 GX ist eine echte Touringmaschine, wie man sie sich wünscht!
Ich hatte die Suzuki GSX S1000 GX Travel. Der Zusatz "Travel" beinhaltet Folgendes: Komfortsitz, Koffer, Tourenscheibe, Tankpad und Griffheizung. Hier noch die sonstigen technischen Daten der Suzuki GSX S1000 GX:
| Bezeichnung | Wert |
|---|---|
| Motor | 1000 ccm Reihevierzylinder |
| Leistung | 152 Ps/ 112 kW |
| Drehmoment | 106 Nm |
| Verbrauch(auf dieser Tour) | 5.3 l |
| Tankinhalt | 19 l |
| Gewicht vollgetankt | 232 kg |
| Sitzhöhe | 845 mm |
Und zum Schluss noch die gesamte Tour in der Übersicht:
Möchtest du die Tour mal selbst fahren? Dann findest du sie unter folgendem Link auf der The Tours App:
Thetours.ch/logbook
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