so lief es an der Dakar Rally 2021

Die Dakar Rally 2021 in Saudi Arabien ist vor einer Woche zu ende gegangen. Leider fuhr kein Schweizer auf einem Motorrad mit. Aber es gab einen Mechaniker aus dem kleinen unabhängigen, neutralen Alpenland, Jakob Signer. Ihm durfte ich gestern bei einem kalten Bier, natürlich mit genügend Abstand, ein paar Fragen stellen. Viel Spass! Wie bist du zu dem Job gekommen? Der Teamchef des Rally Teams, ist Kunde von unserer KTM-Werkstatt Meister Motorcycle AG in Ramiswil. Er hat einen Mechaniker gesucht und so ist er auf mich gekommen.

Wie sah dein Tag an der Dakar Rally aus? Wir standen meist um 5 Uhr auf, schauten dass alles für die Fahrer bereit ist. Als die weg waren, bauten wir das Camp ab und fuhren los. So gegen Drei Uhr waren wir dann jeweils am neuen Standort. Dort gab es dann Mittagessen und wenn ich Glück hatte noch etwas Zeit um zu schlafen. Danach kamen die Fahrer und ich durfte wieder schrauben.

Was waren deine Aufgabe? An den Motorrädern: Ölwechsel, Ölfilter wechseln, Luftfilter wechseln, Kettenspannung, Speichenspannung, Pneu wechseln und am Schluss alles kontrollieren, eigentlich nichts spezielles. Ansonsten mussten wir das Camp auf und abbauen. 4 Mal waren wir mehr als ein Tag an einem Ort, die restlichen Tage war das Camp immer an einem neuen Ort.

Was war dein Highlight? Als beide Piloten das Ziel erreicht hatten. Mir war an diesem Punkt bewusst geworden, dass ich meine Arbeit gut gemacht habe ohne dass es irgendwelche Ausfälle gegeben hatte, was mich sehr beruhigte.

Was war dein Tiefpunkt? An der Dakar Rally gibt es neben den Teams mit Mechaniker die Kategorie Malle Moto. In dieser Kategorie muss der Fahrer alles selber reparieren und schläft im Zelt. Ein Inder der in der Malle Moto Kategorie startete, fuhr das Rennen nicht in dieser Kategorie zu Ende, da er am Ende war, und fuhr am Schluss in unserem Team mit. Als sein Motorrad an der Gabel Ölverlust hatte, war das schon etwas doof.

Wieviel hast du durchschnittlich geschlafen? 7 Stunden, gleich viel wie die Fahrer.

Bei welchem Team hast du gearbeitet und wie sah das Team aus? Es war das Team Cocacola Racing. Es bestand aus zwei Fahrern, ein Mexikaner und ein Australier, ein Teamchef, ein Fotograf, eine Physiotherapeutin und ein Sponsor aus Australien.

Zelt oder Wohnwagen? Im LKW, auf einem bequemen Bett mit Matratzen.

Wie hat Corona die Rally beeinflusst? 2 Tage vor der Abreise musste ich der Schweiz in die Quarantäne. Nach einem negativen Coronatest durfte ich dann nach Saudi Arabien reisen. Dort angekommen durfte ich im Hotel nochmals 5 Tage in Quarantäne. Nach zwei Tagen wurde ich nochmals getestet und durfte dann an die Rally. Ich musste natürlich immer eine Maske tragen aber abgesehen von dem hat man nicht gross etwas von Corona bemerkt. Mir sind auch keine Fälle bekannt, dies liegt aber vielleicht auch daran, dass ich nicht alle verstanden habe. Eigentlich war uns in Folge von Corona der Kontakt zur lokalen Bevölkerung untersagt. Als unser LKW aber schon am ersten Tag eine Panne hatte mussten wir in eine saudische Garage. Der LKW fiel in den Notlauf, es gab Porbleme mit dem Partikelfilter, der Motor war somit auf 3000 Umdrehungen gedrosselt. Nach dem ich den Schlauch vom Drucksensor des Partikelsensors entfernt habe war das Problem „gelösst“(schelmisches Grinsen).

Was hast du von Saudi Arabien mitbekommen? Oft sind wir nur durchgefahren und waren in den Camps. In den Städten war jedoch der unterschied zwischen arm und reich stark zusehen. Einmal fuhren wir an grossen Villen durch und kurz danach wieder an kaputten Häusern.

Welche Platzierungen konnte dein Team erzielen? Ich muss das schnell googeln. Es war mir viel wichtiger, dass sie das Rennen zu ende fahren. Ich weiss dass sie irgendwo bei Platz 50 sind, da macht es keinen Unterschied ob 53 oder 59. Also der Australier fuhr auf Platz 50 und der Mexikaner 48, dies von 63 Teilnehmern.

Gibt es eine Begrenzung für die Grössen der Motorrad? Ja es müssen 450er Motorräder sein. Damit ist eine Spitzengeschwindigkeit von 140 km/h möglich, theoretisch auch in der Wüste. Früher durften alle möglichen Motorräder jeglicher Grössen starten, dann kam KTM mit einer 990 Adventure, mit der eine Spitzengeschwindigkeit von 200 möglich war. So gab es dann auch immer mehr Unfälle und man einigte sich irgendwann auf 450er Motoren.

Welche Motorräder hatte dein Team? Die beiden Fahrer fuhren mit einer KTM 450 Rally. Dieses Motorrad gehört und zu einer limitierten Kleinserie. Jeder kann sich solch ein Motorrad erwerben, solange er die 33000 CHF zahlen kann. Die KTM 450 Rally kostet auf der ganzen Welt gleich viel plus Mehrwertsteuer, daher wird dieses Motorrad in der Schweiz gut verkauft, da die Mehrwertsteuer viel kleiner, wie zum Beispiel in Deutschland, ist.

Bist du nächstes Jahr wieder dabei? Das weiss ich noch nicht, es ist noch offen. Das ganze ist nicht ohne, es sind drei Wochen wo ich unterwegs bin. Andere Projekte wären für mich interessanter zum Besipiel Africa Eco Race(Monaco nach Dakar) da war ich schon zweimal am Start mit dabei. Das reizt mich weil man durch unterschiedliche Länder fährt. Denn die Dakar Rally wird bis 2025 in Saudi Arabien und nur in diesem Land durchgeführt. Das Ziel wäre es auf der Weltkarte immer mehr Länder abhacken zu können. Eine andere Rally führt von Russland über die Mongolei nach China, das wäre auch ein cooles Projekt.

Fals ihr bis hierhin gelesen habt lässt doch bitte ein Kommentar da!! Fals ihr von Moto Sport Schweiz seit, auch!




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