Ich habe erst ein MotoGP Rennen gesehen und bin mir jetzt schon sicher, dass dies eine interessante Saison wird. Wieso?
1. Die Wintertests zeigten, dass nun Ducati mit Aprilia einen Konkurrenten auf Augenhöhe hat. Während der drei Tests war Bezzecchi immer unter den Top drei. Zweimal waren mit Ogura und Fernandez sogar zwei Aprilias unter den Top drei. Natürlich umgeben von Ducatis.
2. 88 Rennen lang war immer Ducati auf dem Podium vertreten. Diese Serie hat nun ein Ende. Beim ersten Rennen dieser Saison Anfang März standen beim ersten Rennen Bezzecchi, Acosta und Fernandez auf dem Podest. Eine KTM zwischen zwei Aprilias. Die erste Ducati fand man auf dem 6. Platz mit Di Giannantonio aus dem Team VR46, einem Kundenteam.
3. Marquez muss für seine Platzierung arbeiten. Es ist nicht mehr so, dass er nach wenigen Runden so viel Abstand hat, dass es für eine Kaffeepause reichen würde. Keine Frage, er ist amtierender Weltmeister und ein Ausnahmetalent, aber bei der laufenden Weltmeisterschaft werden noch andere mitreden.
4. Was in den Tests teilweise erkennbar war, widerspiegelt sich nun auch im ersten Rennen. Die Markenvielfalt ist wieder da. Nach dem ersten Rennen sind unter den Top 10 vier Hersteller: Aprilia, KTM, Ducati und Honda.
5. Die Dominanz der Werksteams ist vorbei. Vier der Top 10 Fahrer sind aus Kundenteams: R. Fernandez und A. Ogura mit dem Trackhouse MotoGP Team sowie F. Di Giannantonio und F. Morbidelli mit dem VR46 Racing Team.
6. Jorge Martin ist das erste Mal seit seinem Weltmeistertitel 2024 von Anfang der Saison mit dabei und kann auf seiner Aprilia zeigen, was er kann
7. Es ist die letzte Saison mit den 1000er Motoren. Es wird mit denselben Motoren wie 2025 gefahren, damit die Hersteller sich auf die Saison 2027 mit 850 ccm Motoren vorbereiten können. Die Motorenentwicklung ist somit für die Saison 2026 eingefroren. Es gibt jedoch eine Ausnahme: Wenn ein Hersteller unter 35 Prozent der möglichen Konstrukteurspunkte bleibt, dann gehört er zum Concessions Rang D, dem niedrigsten Rang. Dies wiederum erlaubt es dem Hersteller, weiterhin Entwicklungen am Motor vorzunehmen.
8. Genau dies geschah Yamaha. Sie fuhren in der Saison 2025 mit 221 Punkten nur 29.8 Prozent der möglichen Konstrukteurspunkte ein. Das klingt zunächst ernüchternd, doch für Yamaha ist es auch ein Vorteil. Yamaha hat von einem Reihen Vier Zylinder Motor auf einen V4 Motor gewechselt. Das heißt, sie fahren 2026 zum ersten Mal mit einem V Motor. Da sie 2025 nicht vorne mitfuhren, dürfen sie während der Saison 2026 weiter an diesem V4 Motor entwickeln. Dies hat wiederum zur Folge, dass sie sich motorentechnisch stetig verbessern können, was die anderen nicht können. Es wird spannend, wo die vier Yamaha Piloten am Ende der Saison landen.
9. Rookies gibt es fast jedes Jahr. 2026 sind es zwei. Moreira ist amtierender Moto2 Weltmeister und holte im ersten MotoGP Rennen mit dem 13. Platz drei WM Punkte. Dass ein Moto2 Weltmeister in die MotoGP aufsteigt, ist fast schon normal. Was aber etwas ungewohnter ist, ist der Wechsel eines Superbike Weltmeisters in die MotoGP. Das letzte Mal kam dies 2010 vor, mit Ben Spies, der damals ins Yamaha Tech 3 Team wechselte und dort mehrere Saisons an den Start ging. 16 Jahre später schaffte ein weiterer diesen Wechsel. Er wurde in der World Superbike drei Mal Weltmeister, einmal mit Yamaha und zweimal mit BMW. Toprak Razgatlioglu fährt 2026 im Team Pramac auf einer Yamaha neben seinem Teamkollegen Jack Miller. Ich bin gespannt, wie er sich durch die Saison schlägt. Dass er fahren kann, ist bekannt. Nun muss er die Yamaha nur noch in den Griff bekommen.
10. Jetzt bist du dran. Freust du dich auf die Saison 2026 der MotoGP oder nicht? Und wieso? Schreib es mir in die Kommentare.
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