Europatour#13 - Pläne sind langweilig

Das Wochenden mit den Freunden in Italien war vorüber und es ging von Turin aus in Richtung Livorno. Der Plan war, dass ich die nächste Nachtfähre nach Korsika nehme. In Livorno angekommen suchte ich mal den Fährhafen, nach einer halben Stunde habe ich diesen auch gefunden. Es war drei Uhr am Nachmittag. Wer kennt das Problem um diese Zeit in Italien? Es heisst Siesta. So hatte der erste Ticketshop noch zu und ich versuchte mein Glück am nächsten Hafen. Da war der Ticketshop noch offen, weil die Fähren gerade den Hafen verliessen. Leider fuhr keine dieser Fähren nach Korsika. Also nahm ich die nächst Beste und die fuhr in 20 Minuten nach Sardinien, war nicht der Plan, aber ich wusste, dass es da mit dem Motorrad auch ganz schön sein muss. Auf der Fähre schaute ich dann das Ticket noch genauer an und merkte, dass dies keine Nacht, sondern Schnellfähre war. Das heisst die Fähre ist um 22:30 in Sardinien. Was noch zu einem kleinen Problem führte, dazu jedoch später mehr. Auf der Fähre informierte ich mich, dann über Twitter welche Strecke ich in Sardinien am besten fahren so sollte. Hier noch ein riesiges Dankeschön an alle die ein Kommentar da gelassen haben. Unterwegs entschied ich mich, die erste Nacht in Sardinien wild zu Campen. So ging, dann in Sardinien die lange Suche nach einem Schlafplatz los. Da ich von Turin nach Livorno schon einige Kilometer gemacht habe war ich schon etwas müde und nicht mehr all zu geduldig. Deshalb stellte ich mein Motorrad nach zwei Stunden Suche auf ein Parkplatz, packte mein Schlafsack aus und legte mich neben Valentina(das Motorrad).

Nun ist wieder entspannen auf hohem Niveau angesagt. Das heisst ein Tag fahren, ein Tag chillen. Als ich am Morgen an meinem improvisierten Campingplatz aufwache, sehe ich, dass es wenige Meter neben dem Parkplatz einen wunderschönen See hatte, den ich in der Nacht leider nicht gesehen habe. Über die SS125, eine wunderschöne Strecke durch die Berge, fuhr ich an der Ostküste entlang in den Süden. Zuerst gehts es jedoch am Morgen wieder an einen schönen Strand, wo ich mein Espresso in vollen Zügen geniessen konnte. Auf dem Passo Genna Silana, 1017 m.ü.M gab es dann noch einen Kaffe mit Gipfeli. Die SS125 lohnt sich alle Mal. Die Strassen sind super, unendliche Kurven und fast kein Verkehr.



Abends fuhr ich einer langen Strasse nach, die mein Navi Heinz-Günther nicht kannte, bis ich bei einem Campingplatz ankam. Er liegt direkt am Meer. Der Camping heisst Coccorrocci, er hat diesen leicht chaotischen, italienischen Scharm. Es gab da sogar eine Pizzeria, köstlich. Wichtig für Motorradfahrer, wenn der Hund kommt, einfach laut fluchen, damit der Besitzer ihn zurückrufen kann, ein verdammt aggressives Tier, wenn es Motorradklamotten sieht, ansonsten kann ich dieses Camping jedem empfehlen. Allgemein für Sardinien, in der Saison wimmelt es hier von Schweizer Familien.



An diesem Abend fing mein Gaskocher an zu streiken. Wobei streiken das falsche Wort ist, er war eigentlich übermotiviert. Nach zehn Minuten Kaffeekochen fing der ganze Kocher an Feuer zu fangen. Ihr hättet jeweils die Gesichter der Mütter auf den Campingplätzen sehen sollen. Es war jedoch halb so schlimm, kurz die Flamme zurückdrehen und das Problem war kurzfristig gelöst. Den Fehler habe ich aber erst zwei Wochen später gefunden. Aus diesem Grund ging ich am Tag später ganz frech zu meinen norddeutschen Nachbarn und fragte sie, ob ich bei ihnen meinen Kaffee kochen dürfe. Und schon war ich wieder mit anderen Leuten im Gespräch. Sie waren mit Elektrofahrrädern unterwegs. Als ich meinen Kaffee fertig hatte rieten sie mir am nächsten Tag in den Westen zu fahren, da das Wetter schlechter wird. Diesen Tipp bekam ich dann auch Abends beim Nachtessen von ein paar Baslern. Gut dachte ich mir, diesen Fehler mach ich nicht nochmal, so wie in Norwegen, und ich werde diese Tipps beherzigen. In der Nacht erfuhr ich dann, was das etwas schlechtere Wetter bedeutete. Es regnete die ganze Nacht durch und so richtig stark. An schlafen war nicht zu denken. Am Morgen packte ich alles, gab eine Stadt im Westen ein und fuhr los. Zuerst war das Wetter noch in Ordnung, doch die Gewitterwolken waren noch gut zu sehen, sie waren nun im Süden. Also versuchte ich durch die Berge einen Weg zu finden, sodass ich nicht durch den Süden musste. Je weiter ich jedoch in die Berge kam, desto schlimmer wurden die Strassenverhältnisse, Erdrutsche, überall Kies und Wasser. Also fuhr ich zurück auf die Autobahn und versuchte mein Glück durch den Süden. Dumme Idee, sehr dumme Idee. Ich erlebte das Gewitter von letzter Nacht nun ein zweites Mal, es blitzte und donnerte, überall lief das Wasser über die Strasse, manchmal musste ich durch 30 cm tiefes Wasser fahren. Auf den Autobahnbuchten standen überall die Autos, ich wollte jedoch nicht im Regen das Ende abwarten und fuhr weiter. Als ich wieder im Westen bin, wird das Wetter wieder super, ich finde einen schönen Zeltplatz, Bella Sardinia, voll von schweizer Familien aber schön am Meer gelegen. Und ganz ehrlich, es machte mir nichts aus wieder Schweizerdeutsch zu sprechen. An diesem Abend kochte ich mir Pasta mit Pesto, eine Delikatesse nach solch einem Tag. Am Nachmittag habe ich ein LT Bus mit Basellàndlernummer auf der Autobahn gesehen. Dieser Stand an diesem Abend auf dem Camping nun neben mir. Es ist ein Paar mit Kind aus Allschwil. Ich durfte an ihrer Steckdose mein Handy aufladen und so kamen wir ins Gespräch. Auch sie fuhren durch das Unwetter und meinten sie hätten so was seit 6 Jahren in Sardinien noch nie erlebt. Schon krass, auf dem Camping Coccorocci hatten sie den ganzen August keine Gäste, weil es zu viel regnete und in Schweden musste das Camp geschlossen werden, weil kein Wasser mehr da war. Am Ruhetag fuhr ich etwas durch die Berge und die tollen kleinen Dörfer, einfach toll.



Nach dem gemächlichen Ruhetag, ging es der Küste entlang in Richtung Süden, auch hier ist es wunderschön. Kurvig und immer wieder sieht man das Meer und die Küste. Zu Mittag ass ich in einer Strandbar etwas teuer aber wunderschön. Der Strand war so nah, dass ich die Tortelini leider nicht auf das Foto brachte. hier die Aussicht.



Ich nehme an diesem Tag sehr gemütlich. Auf einem Parkplatz kommt mit mir ein schweizer Ehepaar mit Fahrrad an. Sie sind auf dem Weg in Richtung Sizilien. Nach ein bisschen Blabla, machen dann noch ein paar deutsche ein Foto für mich, von mir und Valentina. Am westlichsten Punkt von Sardinien, Capo Caccia, kochte ich mir wiederum einen Espresso und genoss die Aussicht. Soo schön, da lass ich lieber die Bilder reden.



An diesem Abend finde ich wieder ein Camping am Meer in Torres. Es sind nicht mehr alle offen, da die Saison vorüber ist. Li Nibari hiess das Camping, heruntergekommen und nicht gepflegt. Abend trinke ich noch mit einem Bündner Paar, in meinem Alter(juhee), ein Bier und sie erzählen mir, dass sie wegen dem Unwetter sogar vom Zeltplatz in ein Hotel wechseln mussten. Der nächste Tag war wieder ein gemächlicher, nach dem ich mir sau guten Parmaschinken gekauft habe, gehe ich am Strand spazieren. Es war ein elend langer Strand so konnte ich meinen Gedanken freien Lauf lassen und das schöne Wetter geniessen. Am nächsten Tag ging es an den Hafen von Santa Teresa. Obwohl es hiess das die Fähre voll war, fand ich noch einen Platz und kam so planmässig, völlig ungewohnt, nach Korsika.

Hier noch der Plan meiner Tour:




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